• Steile «Studien- Karriere»

Steile «Studien- Karriere»

07.08.2020

In meiner letzten Kolumne bin ich auf die von der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) in Auftrag gegebene Studie «Ausbau der Stromproduktion aus Photovoltaik in der Schweiz – Bedarf, Potential und Umsetzung» eingegangen. Diese Studie hat in Windeseile Karriere gemacht – die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind zentraler Teil eines Partei- Positionspapiers geworden. Die Genossinnen und Genossen wollen damit der Schweizer Wirtschaft klimafreundliche Impulse geben. Nach den Reaktionen auf meine Kolumne möchte ich klar festhalten: Kaum ein Immobilieneigentümer hat weder etwas gegen umweltschonende Technologien noch gegen die Nutzung alternativer Energien – ebenso wenig ich selbst. Seit bald drei Jahrzehnten sorgt in unserem Eigenheim eine Wärmepumpe für behagliche Wärme, und unsere Photovoltaik- Anlage (PV) auf dem Dach produziert gerade die 61. Megawattstunde Solarstrom.

Deshalb rufe ich gerne in Erinnerung: Wohneigentümer sind Investoren, und zwar regelmässige. Laut der mehr als 20000 Antworten auf unsere Mitgliederumfrage 2019 haben HEV-Mitglieder in den vergangenen fünf Jahren gut 48 Milliarden Franken in den Unterhalt und die Erneuerung ihrer Immobilien investiert. Zum Vergleich: Die NEAT kostete gerade mal die Hälfte. Und gemäss Mitgliederangaben sind für die nächsten fünf Jahre bereits wieder 24 Milliarden Franken verplant – quasi die dritte HEV-NEAT. Zielführender als ein PV-Obligatorium wäre es, für Investitionen in solche Installationen z.B. folgende Punkte zu gewährleisten: keine zonenplanerischen oder denkmalschützerischen Beschränkungen, keine direkte Kostenbeteiligung an einem allenfalls erforderlichen Netzausbau, gleichwertige Vergütung für Netzeinspeisungen gegenüber Netzbezügen, keine Besteuerung von Netzeinspeisungen, keine Erhöhung der Immobilienbesteuerung, Förderung von attraktiven Speichermöglichkeiten, keine zusätzliche Steuerbelastung durch Förderbeiträge (keine Progressionswirkung auf das gesamte Einkommen).

Dafür bräuchte es einen gemeinsamen Kraftakt aller politischen Lager. Aber es ist halt einfacher, Impulse zu geben, zu deren Umsetzung man dann andere in die Pflicht nimmt. Wenig überraschend sollen denn gemäss Positionspapier die Klimaschutzinvestitionen über «die stark progressive direkte Bundessteuer mit hohem Freibetrag finanziert werden – der sozialsten aller Finanzierungsvarianten ». Womit wir wieder bei den Wohneigentümern angelangt wären …

Markus Meier, Direktor HEV Schweiz